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Wurst, Wein und Wolken

„OHZ grillt an“ im Schmuddelwetter
Von Christa Neckermann

Osterholz-Scharmbeck. „Woscht, Weck‘ un Woi“, hochdeutsch „Wurst, Brötchen und Wein“ heißen die karnevalistischen Grundnahrungsmittel in Mainz, einer der Narrenhochburgen Deutschlands. Damit hat „OHZ grillt an“ zwar nichts zu tun, aber an diesem Sonntag fiel das Grillevent mitten in die Karnevalszeit, und auch die Osterholz-Scharmbecker bemühten sich scheinbar nach Kräften, dem Event etwas Närrisches abzugewinnen. Etwa bei der Organisation des Wetters. Für den „Woi“, den Wein, hatten sich extra vier Winzer der Gemeinschaft „Fränkisches Gewächs“ aus dem Frankenland in den hohen Norden aufgemacht, für die „Woscht“ sorgten die 14 Grillstände rund um St. Willehadi, und die „Weck‘“ wurde kurzerhand durch trübe Regenwolken ersetzt.
Aber die Osterholz-Scharmbecker erwiesen sich, wie immer, durchaus unbeeindruckt von den Wetterumtrieben. Ausgerüstet mit Schal, Kapuze und Regenschirm statteten sie dem Markt und seiner Umgebung einen Besuch ab. Wenn es zu ungemütlich wurde, konnten sich die Bummler und Bratwurst-Liebhaber ja immer noch in die geöffneten Einzelhandelsgeschäfte zurückziehen, um hier in Ruhe und Wärme auf Schnäppchenjagd zu gehen.
Aufwärmen konnten sich die Besucher auch vor der Bühne der „Mulligan Music Makers, die mit Irish Folk, Skiffle und Country-Songs für die gute Laune und die Durchblutung der unteren Gliedmaßen sorgten, die den Aufenthalt in kühlem Märzwetter erst so richtig möglich machten. Zwischendurch gab es immer wieder launige Kommentare, sodass das Zuhören auch für Regenschirmträger oder vorbeihastende Bratwurstfans ein Genuss war.
Manfred Hoff vom „Stalling’s“ bringt es auf den Punkt: „Wenn man das Wetter in Betracht zieht, war es eigentlich ganz gut!“ Beim „Stalling’s“ gab es nicht nur eine Whisky- und Whiskey-Verkostung, man stellte auch ein neues Gemeinschaftsprodukt der Region, den „Whisky-Burger“ vor. „Wir haben hier einen wunderbaren Deanston 12, also einen 12 Jahre alten schottischen Whisky mit einem besonderen Flair in das Fleischpatty eingearbeitet. An der Entwicklung dieser Spezialität, die ab der nächsten Woche regelmäßig auf unserer Speisekarte zu finden sein wird, haben neben der Fleischerei Wellbrock aus Freißenbüttel auch die Bäckerei Behrens aus Pennigbüttel und, natürlich, das „Stalling’s“ mitgearbeitet“, verriet Manfred Hoff.
Auch beim Hamme-Team, die nur auf Landmann-Grillanlagen grillen, lag etwas besonderes auf dem Rost. „Unsere Grillwurst beziehen wir von einer ganz bestimmten Metzgerei aus Göttingen. Mit dieser Wurst haben wir schon bei der Deutschen Grillmeisterschaft mitgemacht“, betonte Recep Divanoglu vom Hamme-Grillteam. Anklang fand auch der „Baumstriezel“, sozusagen ein überdimensioniertes, süßes Stockbrot. Der Hefeteig wird um eine Rolle gewickelt und dann gebacken, um anschließend noch nach Wahl mit Mandeln, Rosinen und Zucker serviert. Mal was anderes für die verwöhnten Osterholz-Scharmbecker Gaumen.
Auch die Weinhändler im Haus am Markt waren mit ihrem zweiten Besuch in der Gartenstadt am Teufelsmoor nicht unzufrieden. „Wir hätten uns zwar gewünscht, dass „OHZ grillt an“ ein Wochenend-Event in der Kreisstadt wäre, weil sich das für unsere Winzer-Gäste besser lohnen würde und wir uns auch vorstellen, dass das Event über zwei Tage noch mehr Publikum in die Innenstadt ziehen würde. Aber wir wollen nicht klagen, es gab gute Gespräche und viel interessanten Austausch mit den Besuchern“, sagte Ernst Weinheimer, der die Idee für die Einladung der Fränkischen Winzer in die Kreisstadt hatte. Am Tag zuvor hatten die Winzer ein Weinpräsent im Wert von 80 Euro verlost, das Iris Dörr mit nach Hause nehmen konnte. Die Gewinner der anderen Preise wurden bereits telefonisch benachrichtigt.
Nicht nur rund um St. Willehadi wogte das Leben. Auch in Buschhausen gab es im Einkaufspark rund um das Möbelhaus Meyerhoff viel zu sehen und zu kaufen. Im Eingangsbereich des Möbelhauses verkaufte die Deutsche Knochenmark-Spenderdatei DKMS wieder Waffeln und warb so Gelder für die Typisierungsaktionen ein. Meyerhoff hatte zudem einen Glückstresor aufgebaut, in dem die Kunden schöne Geschenke finden konnten, so sie denn die richtige Kombination auf ihrer Loskarte hatten. Auch die Dienste des Glasgraveurs waren wieder sehr gefragt. Erst konnten die Kunden ein Glas oder einen Becher ihrer Wahl erwerben, der dann kostenlos graviert wurde. „In der Mittagszeit hatten wir hier eine gut zehn Meter lange Schlange – so schnell konnte das gar nicht abgearbeitet werden“, freute sich ein Mitarbeiter.
Ruhiger ging es da eher schon in den umliegenden Einzelhandelsgeschäften zu. Zu jeder Zeit gut besucht, aber kein wirkliches Gedrängel, so präsentierte sich der verkaufsoffene Sonntag in Buschhausen. Entenangeln und ein Kinderkarussell sorgten auf dem Vorplatz zusammen mit Fischbrötchen, Sahneeis und Bratwurst dafür, dass auch hier niemand hungrig nach Hause musste.