+49 4791 - 14 90 71
info@wort-perfekt.de

Sieg mit dem „Tintenherz“

Zum 60. Mal Vorlesewettbewerb auf Stadt/Kreisebene in der schatulle
Von Christa Neckermann

Osterholz-Scharmbeck. Rabiya liest gern. Bewaffnet mit dem Büchereiausweis durchstreift sie die Reihen in der Bibliothek auf der Suche nach „Gänsehaut“-Gruselbüchern. Sie liebt die spannenden und witzigen Geschichten, die sie sich auch selbst gern vorliest.
Vorgelesen hat sie auch im Klassenentscheid der sechsten Klassen der Waldschule in Schwanewede und ging hier als Schulsiegerin hervor. Jetzt durfte sie gemeinsam mit acht weiteren Schulsiegern im Vorlesewettbewerb beim Stadt-/Kreisentscheid der Vorleser in der Buchhandlung „schatulle“ in Osterholz-Scharmbeck antreten.
Hier hatte das Team der Buchhandlung wieder für eine nette Atmosphäre für die jungen Lesekünstler, ihre Angehörigen und auch die Lehrer gesorgt. Zunächst lasen die Sechstklässler aus Büchern, die sie selbst ausgesucht hatten – Rabiya Buch war der Scary Harry Band 7 von Sonja Kaiblinger mit dem vielversprechenden Titel „Knochengrüße aus Russland“. Auch die anderen Vorleser hatten spannende Fantasie-Werke mitgebracht. Vom „Geheimnis von Summerstone“ erzählte Lena Röhrich von der IGS Buschhausen, Laurenz Taggruber vom Gymnasium Osterholz-Scharmbeck hatte sich für „Erebos“ entschieden. Torben Kinsberger von der Haupt- und Realschule Ritterhude begleitete „Elfenritter“ auf ihren Abenteuern und Fiona Flender vom Gymnasium Ritterhude war mit „Sophie auf den Dächern“.
Mirja Hoedt aus der Gesamtschule am Wällenberg berichtete über „Mein Lotta-Leben“, Clara Schmidt aus der Waldschule Schwanewede hatte sich ein „Tintenherz“ mitgebracht.
Etwas ekelig wurde es bei Ellenor Schau vom Gymnasium Lilienthal, die „Rotzschleimtorte für alle“ in die Schatulle mittbrachte, und Matthis Schuhmann von der IGS Lilienthal in Grasberg überraschte mit den „Känguru Apokryphen“.
Der Vorlesewettbewerb startete im vergangenen Oktober an den Schulen und verläuft danach über mehrere regionale und überregionale Etappen bis zum Landesentscheid und darauffolgenden Bundesfinale im Juni. Teilnehmen konnten alle Schüler im sechsten Schuljahr. Die besten Vorleser wurden zunächst in den Klassen ermittelt, anschließend wurde ein Schulsieger gekürt. Steht das Gewinnerkind fest, meldet sich die Schule online beim Börsenverein für den Regionalentscheid an.
Mit circa 600.000 Teilnehmern jährlich ist der 1959 ins Leben gerufene Vorlesewettbewerb der älteste und größte Schülerwettbewerb Deutschlands. Er wird von dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung veranstaltet und steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Ziele des Vorlesewettbewerbs sind, die Begeisterung für Bücher in die Öffentlichkeit zu tragen, Freude am Lesen zu wecken sowie die Lesekompetenz von Kindern zu stärken. Der Wettbewerb wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Wer von der Jury am höchsten bewertet wird, kommt eine Runde weiter.
Und auch in der schatulle hatten es die drei Juroren – Lesepate Heinz Höllings an der Grundschule Buschhausen, Andreas Kück, Vorleser und Blogger und Iris Belz, Leiterin der Stadtbibliothek Osterholz-Scharmbeck – schwer, den besten oder die beste Vorleserin zu finden. Nach dem ersten selbstgewählten Text mussten die Schülerinnen und Schüler ihr Vorlesekönnen an einem fremden Text unter Beweis stellen. Dafür hatten Sabine und Ute Gartmann ein Buch von Susan Fletcher ausgewählt, „Die Reise des weißen Bären“.
Erst danach war sich die Jury sicher, dass Clara Schmidt am besten vorgelesen hatte. Clara nimmt nun am Bezirksentscheid teil, der nächste Schritt wäre dann der Landesentscheid, bevor im Juni im Bundesentscheid der beste Vorleser oder die beste Vorleserin Deutschlands gekürt wird.