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Kleine Partikel machen Katzen glücklich

MINT-Schüler zu Besuch bei Lubrizol in Ritterhude
Von Christa Neckermann

Ritterhude. Im Konferenzraum bei Lubrizol sitzen vierzehn junge Damen und Herren, sie sind die ersten Teilnehmer im Landkreis Osterholz, die am MINT-Projekt der IHK Stade im Landkreis teilnehmen (wir berichteten). Die Schüler des achten und neunten Jahrgangs der IGS Buschhausen und Lilienthal, KGS Hambergen und der Ritterhuder und Osterholzer Gymnasien sowie des Lernhauses im Campus waren von ihren Naturwissenschaftslehrern entweder vorgeschlagen worden, oder hatten sich selbst für das Projekt beworben. Es geht hierbei darum, den Nachwuchs für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern. In Zusammenarbeit mit Firmen vor Ort haben die jungen Leute dann Gelegenheit Berufsfelder kennenzulernen, in denen sie diese naturwissenschaftlichen Fähigkeiten einsetzen können.
Die Firma Lubrizol in Ritterhude ist ein bekannter Hersteller von auf Wachstechnologie basierte Oberflächenadditive, die in Farben, Lacken und Druckfarben eingesetzt werden. Mit den von Lubrizol hergestellten Additiven (Zusatzstoffen) können Endanwender beispielsweise Aussehen und Funktion von Oberflächen verbessern, indem die Abrieb- und Kratzbeständigkeit, die Beständigkeit, Haptik oder Oberflächenglätte erhöht wird.
Typischerweise werden Lubrizol-Additive Metall-, Holz- oder Pulverlacken zugesetzt, aber auch flüssigen Druckfarben, die im Bereich Flexo- oder Gravurdruck Verwendung finden.
Während eines spannenden Vormittages hatten die Schülerinnen und Schüler nun Gelegenheit, einmal hinter die Kulissen der Additivherstellung zu blicken und sich aus erster Hand über den Beruf des Lacklaboranten zu informieren.
Ausbildungsleiterin Karin Kühnrich und Mitarbeiter Heiko Dietrich, der sich in seinem Labor auch um die Ausbildung der Lacklaboranten kümmert, hielten dabei nicht nur interessante Informationen für die jungen Leute bereit, sie durften auch einen Blick in die Labore werfen und dabei lernen, warum hochwertiges Katzenfutter in Dosen so teuer ist. „Das liegt an den innen speziell beschichteten Dosen. Diese Beschichtung, die in der Herstellung aufgrund der zugesetzten Additive recht teuer ist ermöglicht es, dass das Katzenfutter ohne „Reibungsverlust“ leicht aus der Dose gleitet. Tests haben nämlich ergeben, dass Katzen kein Futter mögen, das nach Metall schmeckt“, erklärte der Auszubildende Jonas Bellmann, der die Gruppe auf ihrem Weg durch das Labor mit betreute.
Aber nicht nur in der Innenausstattung von Katzenfutterdosen finden sich die Additive der Firma Lubrizol. Auch Haushaltsgeräte, die sogenannte „weiße Ware“, also Waschmaschinen, Trockner und Kühlschranke, wurden mit Lacken lackiert, die den kaltgewalzten Stahl lange vor Rost und Abnutzung schützen. Auch bei Autoteilen, Metallmöbeln und im Bausektor werden Additive von Lubrizol eingesetzt. Eine Besonderheit der Pulverlackbeschichtung durften die jungen Leute dann gleich einmal selbst ausprobieren: Das Lackieren eines Stifteköchers aus Weißblech. Einmal selbst unter der Abzugshaube die Weißblechdose schön mit blauem Pulverlack einspritzen – das Einbrennen bei 180 Grad Celsius übernahm ein Brennofen. Genau 10 Minuten, etwa so lange wie eine Pizza braucht, dauerte es, dann konnten die Dosen wieder aus dem Ofen genommen werden.
Nach dem mit Informationen voll gespickten Vormittag freuten sich alle Teilnehmer nun auf ein kräftiges Mittagessen – Spaghetti mit hausgemachter Bolognese Sauce – und auf das Abschlussgespräch. In den nächsten Wochen stehen noch weitere Termine bei Faun, RITAG, Bergolin, Nabertherm und den Osterholzer Stadtwerken auf dem Programm, die dann ebenfalls Einblicke in ihre Tätigkeitsbereiche ermöglichen.
„Wir fanden es sehr interessant“, waren sich Aaron und Janek aus der IGS Lilienthal einig.