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Musikalische Reise um die Welt

Gebrüder Jehn begeistern in der Uwe Brauns-Halle
Von Christa Neckermann

Hambergen. Ein solches Publikum wünscht sich jeder Rockstar. Bunt und fröhlich als Blütenfee, Cowboy, Maus, Vampir oder Drachenkrieger gekleidet wurde mitgesungen, mitgeklatscht, ja, sogar auf Kommando getanzt. Der Funke brauchte erst gar nicht überzuspringen, er flackerte von Anfang an durch die gut besetzte Uwe Brauns-Halle. „Wann geht es endlich los?“ Die kleine Mia war eben noch mit anderen Drei- und Vierjährigen durch die Halle gehopst, aber jetzt musste sie sich doch mal bei Mama versichern, dass das Warten bald ein Ende haben würde. „Gleich geht’s los“, versprach Mama – und tatsächlich, fast wie aus dem Nichts tauchten David und Nicolas Jehn auf, David schnappte sich seinen Bass, Nicolas die Gitarre, und auf ging es mit Tipp und Heino nach Norden, nach Norden – und dann weiter in die drei anderen Himmelsrichtungen.
Und nicht nur die Kinder machten begeistert mit, auch die Eltern waren sich nicht zu alt dafür, fröhlich mitzusingen, die ganz Kleinen beim Klatschen zu unterstützen oder mit ihnen ein Tänzchen zu wagen.
Nicolas und David Jehn machen ihre Musik für Kinder selbst, Nicolas vor dem Hintergrund einer Ausbildung als Gitarrist und musikalischer Früherzieher, David Jehn als gefragter Bassist und Komponist. Beide arbeiten in der Worpsweder Musikwerkstatt mit dem Ziel, den selbstverständlichen Platz der elementaren Musik für Kinder wie Erwachsene zurückzuerobern. Mit Musik lassen sich Lerninhalte vermitteln, lässt sich Wissen verknüpfen und das Interesse von Kindern wecken, haben die beiden Vollblutmusiker in ihrer über 25-jährigen Arbeit erfahren.
Vor allen Dingen die Mitmach-Lieder, bei der die Kinder Hand-Auge-Koordination einsetzen, ist wichtig. So wie in der Geschichte des kleinen Trolls Willibald, der in einem kleinen Haus wohnt (die Kinder ahmen ein Dach über dem Kopf nach), eine dicke Nase hat und auf einen Baum klettert, von dem er trotzdem nicht runterfällt, wenn er von dort aus die Eisenbahn beim überqueren einer Brücke beobachtet. Rasch hatten die Kinder die Bewegungen drauf, da taten sich manche Eltern schon schwerer.
Schön ist auch die Geschichte von der Maus, in der erzählt wird, wie sie im Sommer, Herbst und Winter lebt.
Die Melodien sind eingängig, die Reime klar, und alle Lieder strahlen eine solchen Herzlichkeit aus, dass es nicht verwunderlich ist, dass sowohl Eltern wie Kinder sich fröhlich beteiligen.
Alle zwei, drei Jahre organisieren die Kindergärten der Gemeinde Hambergen ein solches Konzert mit den Gebrüdern Jehn und laden dazu die Kinder und Eltern der Kindergärten Axstedt, Hambergen. Heißenbüttel, Holste, Ströhe und Hambergen ein. „So viele Gäste wie an diesem Nachmittag hatten wir allerdings schon länger nicht mehr“, erzählte Andrea Manthei-Tienken vom Kindergarten Axstedt begeistert. Auch sie ist voll Elan dabei, wenn es gilt, den wedelnden Schwanz eines Hundes nachzuahmen, der sich freut, oder auf dem Handrücken das Trippeln kleiner Bienenfüßchen nachzumachen.
Ehe sich die Kinder versahen, hatten David und Nicolas Jehn mit ihnen eine kleine Reise um die Welt gemacht. Mit einer Hawaiianischen Ukulele wurde „Eppoi, Tai Tai, Tuki Tuki-Ye“ das Flair der Inseln unter dem Südwind in die weit nördlich gelegene Uwe Brauns-Halle geholt. Aus Amerika kam der Adler, der fliegen und über die Wolken schweben wollte.
Hier zu Hambergen gehört natürlich das gruselige Lied von der alten Moorhexe, zu der die Kinder das unheimliche Gelächter der alten Moorhexe beisteuern konnten, ebenso wie das Huhu der Eulen oder das grausame Geheul der Wölfe, gepaart mit dem monstermäßigen Miauen der Hexenkatzen.
Auch wie die Lappen tanzen, lernten die Kinder. Außer den Lappen tanzten da noch die jungen Leute, die alten Leute, und natürlich Onkel Jansson. Auch Tante Lenchen war ein Tanzschritt gewidmet, ebenso wie Jockel, der ganz im Hipp-Hopp-Stil rüberkam, während das Katrinchen am liebsten alleine tanzen wollte.
Nach einer fröhlichen Stunde voller Musik und Bewegung ging das Konzert der Gebrüder Jehn in Hambergen zu Ende – sehr zur Enttäuschung einiger Kinder, die gen noch weiter ihren Spaß gehabt hätten. Da auch die Eltern lautstark eine Zugabe einforderten, ließen sich die beiden Brüder nicht lange bitten.