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Wie aus Träumen Ziele werden

Motivationstrainer Hubert Stelling im Lernhaus im Campus
Von Christa Neckermann

Osterholz-Scharmbeck. Auf den Plätzen in der Mensa im Campus waren Zettel ausgelegt. Darauf stand „Mein Ziel…“ und ein paar Reihen darunter: „Wie viel Prozent bist du bereit, für dein (Traum-) Ziel zu geben? Die Neuntklässler, die hier am Motivationstraining mit Hubert Stelling teilnahmen, füllten mehr oder weniger bereitwillig die Zettel aus und gaben sie an Stelling zurück.- „So, mal sehen, was gaben wir hier – hier möchte einer einen coolen Job und ein tolles Auto – aber nur 90 Prozent Einsatz aufwenden. – Ah, hier ist noch einer: Pfleger werden – auch mit nur 90 Prozent!“
Hubert Stelling blickte ein wenig streng über seine Brille, ganz der Sparkassenbetriebswirt, der gerade einem Kunden die Absage für einen Kredit erklärt: „So geht das nicht! Wir brauchen hundert Prozent! Aha – wie hier: Diese junge Dame will Deutschlehrerin werden – mit 200 Prozent Einsatz!“
Immer wieder wanderte der Blick des Motivationstrainers, der in diesem Jahr zum neunten Mal im Lernhaus im Campus zu Besuch war, über die Schülerschar. Einige waren interessiert und voll dabei, andere schienen sich eher zu langweilen. Für die erste Gruppe hatte Stelling einen klaren Rat: „Lasst euch nicht von denjenigen runterziehen, die nicht wollen, macht euer Ding!“, wobei er „euer“ laut betonte. „Wer will seinen Hintern bewegen, um Erfolg zu haben? Ich habe hier ein schönes Buch mit Erfolgstipps – wer möchte eins?“ Mehre Jugendliche hoben die Hände, doch nur eine machte sich auf den Weg nach vorn, um das Buch entgegen zu nehmen.
„Jaa – so ist es richtig! Habt ihr gesehen, was sie getan hat? Sie ist aufgestanden und hat sich voller Selbstbewusstsein das Buch geholt! Das Leben kommt nicht zu euch und fragt euch, was ihr haben wollt. Wenn ich etwas möchtet, müsst ihr es euch schon selbst holen.“
Stelling geriet in Fahrt. Sein Motto, „Aufwachen – bleibe nicht unter deinen Möglichkeiten“ will den Jugendlichen Mut machen, ihre Zukunft in die eigenen Hände zu nehmen und aktiv an der Verwirklichung ihrer Ziele zu arbeiten. Doch auch die Zielsetzung hat ihre Tücken. Zielsetzungen ohne konkrete Aktivitäten und ohne regelmäßige Erfolgskontrolle führten zu Misserfolgen, machte Stelling klar. „Jede Entscheidung ist mit einer Konsequenz verbunden“, hob Stelling hervor. Die Jugendliche, die gern Deutschlehrerin werden wollte, fragte er nach einem Erfolgserlebnis. Ihre Antwort: sie hätte ihre Zensuren verbessert – allein dadurch, dass sie in der Schule besser mitarbeite. „Das ist super, das ist klasse – du verbesserst deine Zensuren, hats aber gleichzeitig noch Zeit für deine Freunde!“
Ein Gutteil des Erfolges von Hubert Stelling liegt sicherlich darin, dass die Jugendlichen ihn als Vorbild wahrnehmen können. Auch er begann seine Karriere zunächst mit einem Hauptschulabschluss, machte dann eine Ausbildung als Bankkaufmann, wurde später Sparkassenbetriebswirt und dann so nebenbei noch Motivationstrainer. Und auch er musste feststellen, dass nicht immer alles nach Plan lief, besonders dann nicht, wenn er, statt zu lernen, sich auf seinen Vorzensuren ausruhte. „Wenn das „Warum“ bekannt ist, kommt das „Wie“ von allein!“, legte Stelling den jungen Leuten ans Herz. „Wer weiß, warum etwas nicht funktioniert hat, weiß auch, wie es erfolgversprechend geändert werden kann.“
Der Erfolg des Motivationskurses liegt für Stelling nicht nur in der Unterstützung durch den Schulverein des Lernhauses im Campus und der Sparkasse Rotenburg Osterholz, sondern auch in der guten Vor- und Nachbereitung durch die Schule selbst. Die Lehrkräfte arbeiten mit den Jugendlichen den Vortrag nach, das vertiefe noch einmal das Gehörte, ist sich Stelling sicher. Schon der Erfinder der Glühbirne, Thomas Alva Edison wusste ja, das Genie zu 1 Prozent Inspiration, und 99 Prozent Transpiration besteht.

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