+49 4791 - 14 90 71
info@wort-perfekt.de

Lautlose Jäger im Rampenlicht

Gewinner des Fotowettbewerbs „Eulen“ der Biologischen Station Osterholz prämiert
Von Christa Neckermann

Osterholz-Scharmbeck. Sie ist vielleicht die berühmteste Vertreterin ihrer Spezies, doch leider im Verbreitungsgebiet des Osterholzer Kreisblattes nicht heimisch: Hedwig, die Schnee-Eule, die lange Jahre Harry Potter im Kampf gegen seinen Erzfeind beistand. Möglicherweise jedoch inspirierte sie über die Buchseiten hinaus all jene, die sich entweder bei der Biologischen Station Osterholz in der Arbeitsgruppe Eulenschutz engagieren, oder die als Naturliebhaber mit einer Kamera bewaffnet durch das Umland streifen und hoffen, ein schönes Bild von diesen Jägern der Nacht zu ergattern.
„Als wir uns entschlossen haben, einen Fotowettbewerb zum Thema Eulen auszuloben haben wir mit so etwa zehn Teilnehmern gerechnet, keineswegs aber mit dieser überwältigenden Anzahl großartiger Bilder“, bedankte sich Antje Kappel, die gemeinsam mit Sonja Maehder in der Arbeitsgruppe Eulenschutz der BioS arbeitet. Dort engagieren sich die beiden zusammen mit einigen weiteren Ehrenamtlichen vor allen Dingen bei der Installation von Eulen-Nistkästen und bei der Beratung von Hausbesitzern, die entweder schon einen Eulennistplatz irgendwo unter ihrem Dach beherbergen, oder planen, hier einer Eule und ihren Jungen Unterschlupf zu gewähren. „Wir kommen gern auch einmal im Jahr vorbei, reinigen die Nistkästen und bereiten sie für die kommende Brutsaison vor“, berichtete Antje Kappel. Dabei sorgen die Helfer der Arbeitsgruppe auch oft ungewollt für mehr Sauberkeit an den Dachsparren, wenn sie während ihrer Nestsäuberung auch gleich mit dem Haarschopf die Spinnweben von den Balken putzen.
„Die Eulen bevorzugen einen Nistkasten mit Speise- und Schlafzimmer“, erfuhren die Gäste der Preisverleihung im Vogelmuseum auf der Museumsanlage. Steinkäuze gucken dagegen meist – im wörtlichen Sinne – in die Röhre. Sie bevorzugen einen länglichen, runden Unterschlupf, wie ihn etwa ein alter, ausgehöhlter Baumstumpf bieten würde.
Doch wo auch immer Eulen oder Käuzchen ihre Jungen aufziehen – die glücklichen Fotografen erwischten die gefiederten Sympathieträger meist allein, gut getarnt gegen verdorrtes Gras, oder im Anflug. Auch in den Baumkronen konnten sich die Vögel der Weisheit nicht verstecken und drei putzige Waldkauz-Küken wurden gar auf einer Moorwiese abgelichtet.
Auch der kleine Steinkauz, der frech auf einer knorrigen Eiche saß, machte auf die Betrachter Eindruck, und der Uhu, der angriffslustig sein Gefieder aufstellt, wirkte sogar richtig bedrohlich.
„Es ist unserer Jury daher auch nicht leichtgefallen, aus den 84 Bildern, die von den 32 Teilnehmern eingeschickt wurden, die Besten auszuwählen, die dann anschließend als Motive für unsere Eulen-Postkarten dienen sollen“, sagte Antje Kappel. Doch die Juroren Heike Behrens und Moritz Otten hatten den gleichen Geschmack: Auf den dritten Platz wählten sie Lutz Wilke, der mit seinem Bild „Schleiereule“ beeindruckte, auf den zweiten Platz kam Reinhard Glüer, der fotografisch ein Waldohreulen-Küken auf einem Fahrrad einfangen konnte, und Platz eins ging an Ursula Arnold-Kramer, die eine Sumpfohreule im Schnee ablichtete.
„Die zwanzig schönsten Bilder, die wir aus den Einsendungen ausgewählt haben, sollen zukünftig die „Eulen-Ecke“ im Vogelmuseum in der Museumsanlage verschönern“, verriet Norbert Nowka, der Leiter des Vogelmuseums.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.