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„Kirche und Jugend gehören zusammen“

Von Amts wegen: Ein Gespräch mit Regionaldiakonin Anne-Katrin Puck
Von Christa Neckermann

Osterholz-Scharmbeck. Eigentlich will Anne Katrin Puck, Regionaldiakonin beim Evangelischen Kirchenkreis Osterholz-Scharmbeck für die Jugendarbeit in der Region Osterholz-Scharmbeck und Ritterhude, gar nicht so gern über sich reden. „Über mich gibt es gar nichts besonderes zu erzählen“, meint die Sozialpädagogin, die ihren Weg von Bremen-Lesum über ihren Studienort Münster und dann die Schweiz zur Rheinischen Landeskirche und von dort nach Osterholz-Scharmbeck gefunden hat. Lieber berichtet sie da schon über ihre Arbeit als Regionaldiakonin.
„Ich habe mich schon früh für soziale Arbeit mit Menschen interessiert, in meiner Gemeinde in Lesum war ich nach der Konfirmation selbst als Teamerin tätig und habe dort erlebt, wie viel Freude es macht, mit jungen Menschen zu arbeiten und mitzuhelfen, sie zu entwickeln“, sagt sie lächelnd.
Nach ihrem Studium der Sozialpädagogik und dem 18-monatigen Anerkennungsjahr in der Schweiz, wo Anne Puck (ihren zweiten Vornamen lässt sie gerne weg) in Davos in einer Reha-Klinik für Jugendliche und Kinder arbeitete, die an Asthma und Neurodermitis litten, ging Anne Puck zur als Jugendleiterin zur Rheinischen Landeskirche. „Das konnte ich mit meinem Studium der Sozialpädagogik leisten. Als dann die Position im Bereich Osterholz-Scharmbeck ausgeschrieben wurde war klar, dass ich dafür noch eine zusätzliche Ausbildung als Diakonin brauchte. Der Beruf des Diakons kombiniert nämlich einen Sozial- oder Pflegeberuf mit einer diakonisch-theologischen Ausbildung. Aber die Aussicht, damit fast in meine alte Heimat Bremen-Nord zurückzukehren, war ungemein motivierend“, lacht die sehr jugendliche Vierzigjährige.
Berufsbegleitend zu ihrer Arbeit studierte Anne Puck also noch zwei Jahre Theologie, Religionspädagogik und das Alte und Neue Testament in Porta Westfalica, bevor sie dann als Diakonin eingesegnet wurde.
An ihrer Arbeit in der Gemeinde reizt Anne Puck besonders das Gemeinschaftserlebnis – für sie selbst, aber auch für die Jugendlichen. „Die Arbeit im Team steht ganz weit oben. Wir begegnen uns hier auf der gleichen Ebene – es gibt kein „über“ oder „unter“, alle eingebrachten Ideen sind gleichwertig. Wir erarbeiten gemeinsam, was wir dann mit den Jugendlichen in der Gemeinde machen wollen“, umreißt Anne Puck das Gesamtkonzept. Zusammen mit dem zweiten Regionaldiakon, Volker Austein, hat sie spannenden Programme für die Jugendarbeit erstellt. „Es ist uns wichtig, die Jugend in das Kirchenschiff zu holen – in doppelter Bedeutung. Kirche darf nicht mit den Älteren aussterben, sondern muss weitergehen. Dafür brauchen wir die Jugend an Bord, um Kirche für die Jugend interessant zu erhalten“, sagt Anne Puck.
So enthält das Programm für die Konfirmanden zwar auch jede Menge Glaube und Kirche, doch das wird eher spielerisch „so nebenbei“ vermittelt. Auch hier steht die Gemeinschaft im Mittelpunkt: Ob Foto-Shootings, Tischtennis oder Kreativ-Angebote: Gott ist überall mit dabei, kann angesprochen werden und redet selbst mit. Die angehenden Konfirmanden werden dabei von Teamern begleitet, also jungen Leuten, die bereits konfirmiert sind und die gern in der Gemeinde mitarbeiten möchten. „Die Teamer werden von uns neun Monate geschult und bekommen so einen ersten Einblick in die Jugendarbeit. Sie erhalten ein Persönlichkeitstraining, lernen, Gruppen zu leiten, Verantwortung zu übernehmen und Projektarbeit zu leisten – das macht sich später gut im Lebenslauf“, weiß Anne Puck. Heraus kommen dann dabei spannende Werwolf-Nächte im Düsterwald für die Jungs, oder Beauty-Übernachtungen mit Gurkenmaske (für Mädchen). Oder die Jugendlichen entdecken auf der Suche nach Mr. X so ganz nebenbei die Stadt Bremen. Spieleabende, Billard-Nächte, Halloween-Partys, Kochveranstaltungen und Übernachtungen an ungewöhnlichen Orten runden das Angebot für die Jugendlichen ab. „Wir pflegen hier noch den persönlichen Umgang miteinander der über den Kontakt über das Handy hinausgeht. Wer einmal Spaß daran gefunden hat, kommt auch wieder – und bringt manchmal sogar einen Freund oder eine Freundin mit“, sagt Anne Puck schmunzelnd.
Gemeinsam mit dem Kirchenkreisjugendkonvent entstand auch das Projekt „Moin!“, das gemeindeübergreifende Aktionen, Freizeiten und Seminare anbietet, und den Jugendlichen Gelegenheit gibt über den Tellerrand der eigenen Gemeinde hinauszuschauen. Der Kirchenkreisjugendkonvent ist, nach eigenen Worten, der Kirchenkreistag in jung, ehrenamtlich und cool und möchte mit den Angeboten ganz besonders die Bedürfnisse und Interessen der Jugendlichen ansprechen. In der Broschüre finden die Jugendlichen Hinweise auf die eben stattfindende Ausbildung zum Jugendleiter, zur Jugendleiterin, es werden Erste-Hilfe-Kurse oder Teamer-Seminare angeboten und auf Ferienaktionen, wie Ausflüge in den Seilgarten, Kanu-Touren und kreatives Handwerkeln hingewiesen. Auch Reisen mit der evangelischen Jugend zu Zielen in Deutschland und dem europäischen Ausland finden sich in der spannenden Broschüre, in der sich auch ein besonders attraktives Angebot versteckt: eine siebentägige Fahrt nach Taizé in Frankreich. Jugendliche ab 15 Jahren, die mit Jugendlichen aus anderen Ländern über Gott und die Welt ins Gespräch kommen wollen, fahren vom 7. bis 14. April dieses Jahres nach Taizé. Hier haben sie dann die Möglichkeit, sich mit dem eigenen Glauben zu beschäftigen, Religion und Leben zusammen zu bringen und neue Zugänge zu Gott auszuprobieren. Der Austausch mit Jugendlichen aus ganz Europa bietet auch Gelegenheit, neue Freundschaften zu schließen.
Auch die im Juli stattfindende Fahrt nach Baltrum ist schon ausgebucht. Fans der drei Fragezeichen ??? können dann auf Baltrum in die Welt von Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews eintauchen. Etwas wetterwendischer geht es auf der Fahrt nach Irland zu, die allerdings auch bereits schon alle ihre Teilnehmer zusammen hat. Alle hier angesprochenen Angebote finden sich auch auf der Website der Evangelischen Jugend in der Region Osterholz-Scharmbeck, www.kirche-jugend.net. „Kirche und Jugend ist so spannend, es wäre schön, wenn das noch mehr junge Leute erleben würden,“ wünscht sich Anne-Katrin Puck.

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