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Beschwingter Einstieg in das neue Jahr

Wiener Strauss Symphoniker im Hammeforum
Christa Neckermann

Ritterhude. Gute Laune ist zeitlos, und da, was gute Laune macht, ebenfalls. Das zeigte sich besonders beim Neujahrskonzert im Hammeforum, wo die Wiener Strauss Symphoniker unter der Leitung von Giuseppe Montesano Mozart, Brahms, Puccini und einen großen Reigen Strauss spielten – Johann Vater und Johann Sohn.
Die gut 200 Gäste im Hammeforum erlebten dabei nicht nur die sechzehnköpfigen Strauss Symphoniker, sondern mit Elisabeth Jahrmann eine Koloratursopranistin ersten Ranges, die gemeinsam mit dem lyrischen Bariton Michael Weiland das Publikum in ihren Bann zog. Als Moderator führte Hermann Jahrmann das Publikum mit feschen Sprüchen und witzigen Anekdoten durch das Programm.
Angefangen bei der Herkunft der Wiener Kaffeehaus-Tradition, die ja bekanntlich (zwinker, zwinker) auf die vielen Kaffeesäcke zurückzuführen ist, die die Türken nach ihrer missglückten Belagerung Wiens vor den Toren der Hauptstadt Österreichs zurücklassen mussten, über Mozarts Ouvertüre der „Hochzeit des Figaro“ bis zur Champagner-Arie aus „Don Giovanni“, gesungen von Michael Weiland, reichte der klassische Bogenschlag, um bei Puccinis „O mio Babbino Caro“, vorgetragen von Elisabeth Jahrmann, zu enden.
Dazwischen versprühten die Wieser Strauss Symphoniker die Lebenslust und Lebensfreude aus fast einhundert Jahren Strauss’scher musikalischer Schaffensfreude. Da waren die „Rosen aus dem Süden“, die sogleich eine gewisse Bewegung in die Oberkörper brachten, oder die schnelle „Jockey Polka“ mit Peitschenschnalzern, die scheinbar die Musiker besonders anfeuerten. „Im Krapfenwaldl“ wurde eine fröhliche Polka française getanzt um dann von Mozarts „Türkischem Marsch“ abgelöst zu werden.
Michael Weiland und Elisabeth Jahrmann zauberten dann mit dem „Papageno – Papagena“-Duett ein Lächeln in den Saal und entließen ihr Publikum sehr beschwingt in die Pause.
Mit einem kleinen Sketch begann der zweite Teil des Abends. „Ich soll die Nässe meiden, hat mir mein Arzt geraten. Aber es ist so lästig in einer leeren Wanne zu sitzen und mit dem Staubsauger den Schmutz zu entfernen“, verriet etwa die junge Dame im Café. Ihr Ballkleid sei leider auch nicht so geworden wie erwartet. „Ich wollte mich in etwas Fließendem sehen!“ – „Na, da kann ich nur die Donau empfehlen“, war der trockene Rat ihres Begleiters.
Doch dann ging es ganz „Ohne Sorgen“ weiter im Programm. Mit der schnellen Polka von Strauss, gefolgt vom „Bonbon“-Walzer und der ungarischen Polka nahm das Mitwippen im Publikum spürbar zu. „Als flotter Geist“ etwa spazierte der Zigeunerbaron über die Bühne, und dann kündigte sich leider schon das unvermeidbare Ende eines vergnüglichen Abends an. Dieser Walzer musste gar nicht besonders angekündigt werden, schon die ersten Takte verrieten, dass es an die „schöne blaue Donau“ ging. Das Publikum, das über das Einzugsgebiet Ritterhudes hinaus von Cuxhaven über die Weser hinweg bis Oldenburg den Weg ins Hammeforum gefunden hatte, bedankte sich mit langanhaltendem Applaus bei den Künstlern. Mit dem „Radetzky-Marsch entließen die Wiener Strauss Symphoniker ihr Publikum in ein glückliches neues Jahr.

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