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Geschäfte durch Empfehlung

Business Network International mit bereits 23 Mitgliedern im Bereich Teufelsmoor
Von Christa Neckermann

Osterholz-Scharmbeck. Beziehungen schaden nur dem, der sie nicht hat, und so sind Unternehmen von jeher bemüht, Netzwerke aufzubauen. Wer schon einmal gestalterische Malerarbeiten in einem Neubau bewundert hat, die Frisur einer Freundin oder auch das gelungene Kuchenbüffet bei einer Festlichkeit, konnte sich wohl nie die Frage nach dem Urheber dieser Arbeiten verkneifen. Durch diese Mundpropaganda, der wohl wirksamsten Form der Unternehmenswerbung, erhalten Handwerksbetriebe, Dienstleiter und Händler eine wahrhaftig unbezahlbare Werbung – eine Empfehlung nämlich.
Das verpflichtet auch den Empfohlenen: es steht nicht nur sein guter Name auf dem Prüfstand, sondern auch der desjenigen, der die Empfehlung ausgesprochen hat.
Das Business Network International, kurz BNI, ist ein Unternehmernetzwerk für Geschäftsempfehlungen. 1985 gründete der Unternehmensberater und Bestseller-Autor Ivan Misner in den USA diese politisch, religiös und weltanschaulich neutrale Organisation, die heute nach ihren eigenen Angaben in 71 Ländern mehr als 227 000 Mitglieder hat.
Im April 2018 wurde nun in Osterholz-Scharmbeck ein weiteres, so genanntes „Chapter“, oder Hochdeutsch, ein Ortsverband, ins Leben gerufen. Die Besonderheit dieser Chapter besteht darin, dass nur jeweils ein Mitglied aus einem bestimmten Fachgebiet zugelassen ist. Ein Banker, ein Elektriker, ein Bauunternehmer – oder wer sonst Interesse an einer Vernetzung hat. Die Damen und Herren treffen sich einmal wöchentlich zu einem Frühstück, wobei jedoch nicht der Kaffee im Vordergrund steht, sondern die Weitergabe von Geschäftsempfehlungen. Dabei achten die jeweiligen Chapter-Leitungen darauf, dass die Mitglieder regelmäßig und pünktlich erscheinen – wer begründet nicht kommen kann, muss sich durch einen benannten Stellvertreter vertreten lassen. Dadurch wird aber auch sichergestellt, dass das Mitgliedsunternehmen bei der allgemeinen Vorstellungsrunde nicht übergangen wird. Gleichzeitig beweisen die Mitglieder durch ihre frühe, pünktliche und regelmäßige Anwesenheit, dass es ihnen mit dem Netzwerken ernst ist und dass sie gewillt sind, an sie weiterempfohlene Kunden bestmöglich zu bedienen.
„Hinter den Mitgliedern eines Chapters steht ein Netzwerk. Jedes Mitglied kennt selbst weitere Personen, die wiederum viele andere Personen kennen. Dadurch erhält jedes Mitglied viele „Vertriebler“, die völlig kostenlos für das Mitglied arbeiten. Durch dieses „erweiterte Netzwerk“ werden die meisten Geschäftsempfehlungen, die jede Woche weitergegeben werden, generiert“, erläuterte Recep Divanoglu, Diplom-Ingenieur für das Bauwesen und Chapterdirector im BNI-Chapter Teufelsmoor. Und über diese Empfehlungen und die dadurch zustande gekommenen Geschäfte wird genau Buch geführt. „Man kann sagen, dass ein durchschnittliches BNI-Chapter monatlich etwas mehr als 60 Empfehlungen an seine Mitglieder weitergibt“, betonte Divanoglu. Und nicht nur Empfehlungen werden weitergegeben, auch Wissen. So unterstützen Mentoren neue BNI-Mitglieder und Workshops helfen Unternehmern unter anderem dabei, sich und ihre Dienstleistungen besser zu vermarkten.
„Unser Motto lautet „Wer gibt, gewinnt“, das sehen wir praktisch jede Woche bei unserem Unternehmerfrühstück, bei dem auch die erreichten Umsätze den Mitgliedern bekannt gegeben werden. Dadurch, dass alle Mitglieder immer alle Visitenkarten der anderen Mitglieder mit sich führen, können unsere Mitglieder ohne Zeitverzögerung korrekte Informationen weitergeben – das kann bei Geschäftskontakten entscheidend sein“, hob Divanoglu hervor.
Doch diese Mitgliedschaft ist ein gewisses Privileg. Interessierte Unternehmen bewerben sich bei einem Chapter in ihrer Nähe, dort prüft ein Mitgliedsausschuss den Aspiranten zunächst darauf, ob er oder sie mit dem jeweiligen Fachgebiet nicht bereits im Chapter vertreten ist. Nach Zahlung einer jährlichen Mitgliedsgebühr wird das Unternehmen Mitglied im BNI. Hier ist dann die wöchentliche Anwesenheit zum Frühstück und Netzwerken Pflicht. Verhält sich das BNI-Mitglied nicht regelkonform oder können die anfallenden Beträge für Workshops oder Mitgliedschaft nicht gezahlt werden, wird die Mitgliedschaft nicht verlängert. „Damit wollen wir auch einer gewissen Nachlässigkeit vorbeugen. Wir sind kein Feierabendverein zum Klönen und Trinken, sondern wollen Geschäfte machen und anderen zu Geschäften verhelfen, die ihnen ohne unsere Vermittlung nicht zugefallen wären“, machte Divanoglu deutlich.

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