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Footloose durch den Feiertag

Afterburner brachten die Stadthalle wieder zum Beben
Von Christa Neckermann

Osterholz-Scharmbeck. Weihnachten, das Fest der Liebe, das man am liebsten im Kreise der Familie verbringt. Alternativ dazu verbringen Osterholz-Scharmbecker jedoch den ersten Weihnachtsabend inzwischen traditionell in der Stadthalle bei dem Konzert der Afterburner – das macht mehr Spaß als Lametta auf dem Baum, klingt gewaltiger als Glocken es je könnten und vereint nicht nur Familien, sondern auch Freunde, Fans, Headbanger und Kumpels.
So auch am Dienstag, wo Stadthallenmanager Matthias Renken wieder weit über 1000 Gäste zählen konnte. Die Fans von 16 bis über 60 erwarteten und bekamen die rockig-reinigende Weihnachtsfeier, mit der sie sich von Gänsebraten und Weihnachtsschlemmereien freitanzen konnten.
American Pie und Dancing on the Ceiling – das genau war The way to your heart, und Leadsänger Howler bewies sportliche Kondition bei seinem Herumhüpfen auf der Bühne. So inspirierend waren seine Moves, dass das Publikum nach nur wenigen Akkorden nicht mehr zu halten war und den Hallenboden zum Beben brachte.
Arme hoch, mitsingen, Footloose sein und Radar Love genießen. Max Rock an der Lead Guitar ließ keinen wohlgetimten Sound aus, Willow unterstützte an der Rhythmus-Gitarre während Ashes den Bass beisteuerte. Funky Wily war der Herr der Keys, und Sweat zwang von den Drums aus die Moves in die Beine.
Was der Nachbrenner für das Turbinenstrahltriebwerk sind die Afterburner für die Rockmusik – mit ihren einzigartigen Interpretationen der Rock-Klassiker der 60er bis 80er Jahre befeuern sie den Schub auf den Tanzflächen inzwischen weit über Norddeutschland hinaus. Ihr Stil kreiert eine Hommage an die Künstler des Rock `n Roll, ohne dass die Afterburner ihre eigene künstlerische Individualität dabei aufgeben. So bekommen Titel wie „I’ll be there for you“ eine durchaus zärtliche Doppeldeutigkeit.
Die Afterburner covern damit die ganz großen Namen der Rockgiganten. Uriah Heep, Slade, Status Quo, Queen, Tina Turner, Golden Earring und Fleetwood Mac sind nur einige von den vielen Bands, die von den Afterburnern bei ihren Konzerten musikalisch hochgehalten werden. Die Fans der Musiker danken es ihnen durch textsicheres Mitsingen über Generationen hinweg.
„Lasst mich eure Haare sehen!“, forderte Howler, und die Stadthallen-Gemeinde tat ihm den Gefallen – egal, ob kahlköpfig oder langhaarig. Cum together lautete das von der Bühne aus vorgegebene Motto und Headbanger sowie Slow Dancer fanden sich wieder einmal fröhlich vereint.
Beim Herumhüpfen durch die Halle gab es auch immer wieder erfreuliche Wiedersehen zwischen Freunden – „Was, du bist auch hier?“ – „Ja, so wie jedes Jahr am ersten Weihnachtstag!“
Vom Hotel California aus ging es in die zweite Halbzeit des Abends, der Joyride nahm Fahrt auf. Mit „All the small things“ und „Tainted Love“ feierten die Rockfans ein Wiederhören, wurden zu „Kids in America“ und standen für ihre Musik in Flammen während die Band bekannte: „I love Rock `n Roll!“
Wer zum ersten Mal an diesem Abend das etwas andere Weihnachtskonzert besuchte, war hin und weg. Super Songs, großartige Stimmung, ausreichende Versorgung mit kühlen Getränken und ein positiv-ausgelassenes Publikum, das sich von den Afterburnern nicht lange bitten ließen und von Anfang an voll mit dabei war.
Kein Wunder, dass die Burner inzwischen von der Wild World sangen und der Video Star am mittlerweile fast mitternächtlichen Osterholz-Scharmbecker Himmel stand.
Mit dem Teenage Dirtbag und dem Rebell Yell zogen sich die Afterburner kurzzeitig von ihren Fans zurück – doch nicht für lange. Kein Afterburner-Konzert endet ohne Zugabe, und auch diesmal ließen sich die sechs Super-Triebwerke nicht so ohne weiteres abschalten. Mitternacht, die Geisterstunde, verlangte mindestens noch nach den Ghostbusters im Afterburner-Look.
Nur zögerlich leerte sich nach den Zugaben die Halle – es war einfach zu schade, die großartige Stimmung und die Gemeinschaft mit den Freunden aufgeben zu müssen – immerhin konnte am zweiten Weihnachtstag ausgeschlafen werden. Doch schon jetzt steht fest: Wenn am ersten Weihnachtstag 2019 die Afterburner wieder die Stadthalle auf Touren bringen werden sind nicht nur viele Fans wieder dabei, sie werden auch wieder viele Afterburner-Neulinge im Schlepp haben.

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