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Verbindende Hilfe

Kreiskrankenhaus spendete Osteosynthese-Material
Von Christa Neckermann

Osterholz-Scharmbeck. Wer schon einmal zuhause einen Vorratsschrank aufgeräumt hat wird festgestellt haben, welche großartigen, alten, aber immer noch verwendbaren Dinge dort manchmal vergraben liegen. So auch Arne Dummann, Leitender OP-Pfleger im Kreiskrankenhaus Osterholz. Beim Durchforsten der Materialschränke in der Chirurgischen Abteilung stieß er auf älteres Osteosynthese-Material, das im Kreiskrankenhaus nicht mehr eingesetzt wird. Als Osteosynthese werden operative Verfahren zur schnellen Wiederherstellung der vollen Funktionsfähigkeit gebrochener oder auf andere Weise verletzter Knochen bezeichnet, das dafür eingesetzte Material – Platten, Schrauben und Nägel – besteht heutzutage zumeist aus Titan. „Um möglichen Chrom-Nickel-Allergien vorzubeugen, hat das Kreiskrankenhaus schon vor Jahren auf Osteosynthese-Material aus Titan umgestellt, jedoch die alten Chrom-Nickel-Materialien nicht entsorgt. Als wir nun feststellten, dass wir gut 180 Kilogramm an Material im Hause haben, welches wir so nicht mehr einsetzen, haben wir uns auf die Suche nach einem möglichen Empfänger gemacht. Über den Bund Deutscher Chirurgen haben wir Kontakt mit dem Unfallchirurgen Professor Dr. Heiner Winker aufgenommen, der mit der Namaste-Stiftung ein Krankenhaus in Nepal unterstützt“, berichtete Dr. Hans-Ludwig Lenz, Chefarzt der Chirurgischen Abteilung am Kreiskrankenhaus Osterholz. Jetzt konnte Professor Winker die Spende mit einem Wert von etwa 15.000 Euro in Osterholz-Scharmbeck entgegennehmen.
„Das ist eine wunderbare Hilfe für uns“, freute sich Professor Winker, der als ehemaliger Unfallchirurg und Orthopäde nach seinem Eintritt in den Ruhestand mit den German Rotary Volunteer Doctors e.V. (GRVD) nach Nepal kam und hier nun am Dhukhel Hospital Kathmandu den chirurgischen und orthopädischen Nachwuchs ausbildet. „Wir bekommen hier keinesfalls abgelaufene Medikamente oder Verbandmaterial, sondern hochwertiges Material, das nur in Deutschland aufgrund veränderter Voraussetzungen nicht mehr benutzt wird, unseren Patienten jedoch eine gute und schnelle Versorgung gewährleistet“, bedankte sich Winker.
In Winkers Heimatstadt Erfurt besteht schon seit Jahren ein Austausch zwischen dem Dhukhel University Hospital Kathmandu und den beiden Erfurter Kliniken. Auch Schwestern und Pfleger nehmen an diesem Austausch teil und profitieren von den Erfahrungen im jeweils anderen Land.
Und immer ist Winker auf der Suche nach Unterstützung. Vor nicht allzu langer Zeit konnte er kostenlos große Teile einer Arthroskopie-Ausrüstung übernehmen, auch ein Röntgen-C-Bogen fand so seinen Weg nach Nepal. „Das ist so ähnlich wie bei einem Fahrzeug-Leasing. Die Ausrüstung wird von einer Klinik geleast und nach Ablauf der Periode im Austausch gegen eine neue Einheit zurückgegeben. Diese zurückgegebenen Einheiten finden dann ihren Weg unter anderem zu uns nach Nepal“, erzählte Winker schmunzelnd.
Über die Raiffeisenbank Gilching unter dem Stichwort „Ortho“ kann die Arbeit von Professor Winker am Dhukhel University Hospital Kathmandu unterstützt werden. Die IBAN dazu lautet DE23 7016 9382 0600 0003 45. Weitere Informationen gibt es auch über die Internet-Seite www.namastestiftung.de.

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