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„Das verlangt den Fahrern schon einiges ab“

Erstes Indoor-Rennen bewies Potenzial trotz kleiner Beteiligung
Von Christa Neckermann

Osterholz-Scharmbeck. Da müssen sich die Veranstalter des Bremer Sechs Tage-Rennens demnächst warm anziehen, denn in Osterholz-Scharmbeck scheint sich Konkurrenz zum radrennsportlichen Spektakel in der Stadthalle Bremen zu bilden. Zwar geht es hier nicht sechs Tage lang auf einer bequem ausgebauten Rennbahn rund, dafür aber jeweils zwei Minuten lang durch die Räumlichkeiten des KUZ am Kleinbahnhof. Indoor-Rennen einmal anders.
Die Idee stammt aus Österreich. Hier hat in Graz die Gruppe „Altbaukriterium“ das Indoor-Radfahren auf eine neue Ebene gehoben.
Jeder der als Kind schon einmal versucht hat, auf dem neuen Rennrad zu Weihnachten um den Tannenbaum zu kreisen, wird sich daran erinnern, wie herausfordernd dies war. „Die Tour im KUZ führte vom Start an der Theke am großen Ofen vorbei durch den Schankraum, vorbei an den Sitzgarnituren, dann in die Küche und zurück hinter die Theke. Das ganze KUZ wurde zur Rennstrecke“, berichtete Jörn Hanisch vom Allgemeinden Deutschen Fahrrad Club (ADFC), der auch selbst als „Johnny McFly“ am Start war. Insgesamt sechs Starter waren zu diesem Event im Kleinbahnhof gemeldet – die Ausrüstung reichte dabei vom Klapprad über Mountainbike und Tourenrad bis hin zum semi-professionellen Rennrad.
„Es war schon ein wenig chaotisch – aber absolut großartig“, meinte Ralf Lübbert, erster Vorsitzender des Kulturzentrum Kleinbahnhof e.V, kurz auch KUZ. Die Veranstalter „Altbaukriterium“ hatten das ganze Event kurz vor Beginn noch krankheitsbedingt abgesagt und alle bis dahin gemeldeten Starter über den Ausfall informiert. Doch Lübbert ließ sich nicht beirren und machte einfach mit den wenigen Unbeugsamen der Indoor-Rennszene weiter. „Dadurch hatten wir dann allerdings nur sechs Starter, sodass wir schon sehr früh am Nachmittag mit denn Rennen durch waren“, erklärte Lübbert. Nach einem fast zweistündigen Training, in dem sich die Fahrer mit Gerät und Terrain vertraut machen konnten, begann das Rennen um 16 Uhr. Stilecht mit Helm und Handschuhen starteten „Johnny McFly“, „Gunnar Bikertech“, Alex und Ralf vom Team KUZ, Malte und „van Helsing“ -allein die Namen verhießen dem leider nur spärlich angereisten Publikum spannende Unterhaltung.
Und dann ging es rund. Zwei Minuten rechts herum, dann die gleiche Strecke noch einmal von links. „Das verlangt den Fahrern schon einiges ab. Teil der Herausforderung ist es, mit den Füßen nicht den Boden zu berühren oder Gegenstände oder Zuschauer umzufahren“, erläuterte Jörn Hanisch. Schnell wurde klar, dass Malte aus Thedinghausen hier seine ganze bisher gewonnene Indoor-Erfahrung in die Waagschale werfen konnte und als eindeutiger Favorit im Feld zu betrachten war. Angefeuert durch die Zuschauer, die es verstanden ihre geringe Anzahl durch Stimmkraft mehr als wett zu machen, sausten die Protagonisten durch die Räumlichkeiten. Zum Schluss musste gar ein Stechen über Platz zwei und drei entscheiden. Letztendlich konnte sich der Favorit Malte unangefochten vor „Gunnar Bikertech“ (alias Gunnar Mill aus Platjenwerbe) und „Johnny McFly“ (alias Jörn Hanisch) durchsetzen.
„Wir werden auf jeden Fall daran arbeiten, das Event im nächsten Jahr – vielleicht im Frühjahr oder Frühsommer – wieder auf die Beine zu stellen“, meinte Ralf Lübbert.

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