+49 4791 - 14 90 71
info@wort-perfekt.de

Weihnachten kann kommen

Einstimmung auf die Feiertage beim Hamberger Weihnachtsmarkt gelungen
Von Christa Neckermann

Hambergen. Besinnlich soll sie sein, die Weihnachtszeit, doch die Notwendigkeit, das rechte Geschenk zu finden, setzt so manchen Zeitgenossen unter Druck. Viel schöner und entspannter ist es da doch, über einen gut ausgestatteten Markt zu flanieren, in der Hand eine heiße Tasse Glühwein, und sich von den handgearbeiteten Werken der Freizeitkünstler inspirieren zu lassen.
Das bietet wie kaum ein zweiter in der Region der Hamberger Weihnachtsmarkt. Rund um die Kirche und bis in den Kirchturm hinauf finden sich die vielfältigen Angebote. Fleißige Hände und kreative Köpfe haben in vielen ruhigen Stunden Schals und Mützen gestrickt, hübsche Kinderkleidchen gehäkelt, Vogelhäuser gezimmert, Weihnachtsschmuck gebastelt oder sich kreativ in ihrer Küche mit der Zubereitung von Marmeladen, Säften, Likören und – Senf beschäftigt. Auch duftende Seifen, Kräutermischungen und Potpourris durften nicht fehlen.
Zu dem besonderen Flair des Hamberger Weihnachtsmarktes gehört sicher auch das breite Angebot an Leckereien. 40 Torten und Kuchen hatten allein die Helferinnen beim Kirchencafé im Gemeindehaus am Sonnabend an die hungrigen Gäste ausgegeben. Draußen auf der Bahnhofstraße und der Hauptstraße hatten diverse Imbissbuden ein breites Angebot an heißen, deftigen oder süßen Leckereien im Angebot. Neben Crêpes, Waffeln oder Schmalzgebäck gab es Pommes und Bratwurst in jeder Ausführung. Besonders beeindruckte die Bratwurst vom Mangalizer Wollschwein, das vor seiner Verwandlung mindestens zwei glückliche Schweinejahre auf der Weide verbringen durfte. (Ja, ja, auch wenn Schweine als Allesfresser bekannt sind, so lieben sie in ihrem natürlichen Umfeld auch Kräuter, Gräser und Wurzeln, um nur einiges zu nennen). Wenn sie dann in den Schweinehimmel, – äh, die Wurstpelle, eingehen, nehmen sie die Leichtigkeit der Kräuter mit. Für noch mehr Fleischesfreuden gab es auf dem Stand von IMP Events auch den „Dry aged Angus Burger“, also den Burger aus extra abgehangenem Angus-Rindfleisch, der mit seinem vollen, feuerveredelten Fleischgeschmack besonders bei den männlichen Weihnachtsmarktbesuchern ankam.
Ein wenig weiter hatten Phillip und Tessa Lange aus Albstedt ihren Stand und boten hier Wurst von ihren Limousinrindern an. Die Mettwurst mit dem mild-würzigen Rauchgeschmack machte Lust auf mehr. Zu Wollschwein und Limousin-Rind passend gab es im Zelt neben der St. Cosmae und Damiani-Kirche den Stand der Kräuter-Insel mit verschiedenen hausgemachten Senf-Kreationen. Moorbiersenf gab es zu probieren, oder einen feinsüßen Portwein-Feigensenf; Honig-Dill war eine feine Verbindung mit den scharfen Senfkörnern eingegangen, und auch Brennesselsamen veredelten die Senfkörner aufs Beste. Neben China-Pfannengerichten mit Nudeln gab es auch deftiges aus dem Grünkohlpott oder der Gyrospfanne.
Viele Hamberger Vereine hatten sich auf dem Markt mit Waffel- oder Glühweinbuden eingefunden, um mit den eingenommenen Geldern die Jugendarbeit in ihren Vereinen zu unterstützen. „Wir trinken uns hier gerade ein“, hieß es an einem der Stände.
Die Trouble Shooter, sonst als harte Jungs bekannt, die auf Märkten und bei Veranstaltungen für Ruhe und Sicherheit sorgen, hatten diesmal Kinderpunsch und Heißgetränke für Erwachsene vorbereitet. Damit wollten sie nicht etwa für Arbeit für die Sicherheitskräfte sorgen, sondern der Erlös aus ihrem Glühweinstand war für den Deutschen Kinderverein bestimmt, der sich gegen Kindesmisshandlung und für die Rechte der Kinder einsetzt.
In der dunklen Jahreszeit vor der Wintersonnenwende ist das, was die Jahreszeit so gemütlich macht, das gelblich gedämpfte Licht der Kerzen. Bei Silvia Monsees kam dieses jedoch aus von innen beleuchteten Porzellan-Kaffeekannen. Sie verbreiteten einen fast perlmuttartigen Schimmer und strahlten so eine besondere Gemütlichkeit aus.
Besonderes aus Holz hatte Eike Wilkens aus Steinau mitgebracht. Er nennt sich „Brennholz-Veredler“, doch seine Holzplatten, Schalen und Teller aus Akazie, Maserbirke, Eibe oder Olive zeigen sein feines Gespür für das Naturmaterial Holz.
Gespür für Naturmaterialien hat auch Katja Saltner. Sie verarbeitet in der heimischen Küche alle möglichen Obstsorten zu köstlichen Marmeladen und Fruchtaufstrichen. Dabei verwendet sie nur frisches Obst, Zucker, Pektin und Zitronensäure – also das Basisrezept für Marmeladen. „Das macht meine Fruchtaufstriche auch für Veganer interessant“, verriet sie am Stand. Für den weihnachtlichen Frühstückstisch hatte sie jetzt Apfel-Spekulatius vorbereitet, oder Kirsche-Marzipan, auch Pflaume-Walnuss war köstlich, ebenso wie die Kreation Birne-Lebkuchen. Unter all den auf dem Hamberger Weihnachtsmarkt angebotenen Köstlichkeiten viel die Wahl den Besuchern recht schwer.
Wie gut, dass die Weihnachtsmarktgäste auf dem Heimweg am Sophie-Tietjen-Hof Station machen konnten. Hier gab es nicht nur einen Kaffee, um neue Kräfte zu tanken, sondern auch noch Gelegenheit, Geld für kunsthandwerkliche Geschenke auszugeben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.